Liebe Igelfreunde
Unsere Igel liegen uns allen sehr am Herzen, und unsere Arbeit ist voller Emotionen. Wir empfinden Trauer, Schmerz, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Doch auch Wut ist ein ständiger Begleiter. Die Wut über das Handeln oder Nicht-Handeln anderer Menschen. Die Wut über diejenigen, die glauben, dass Mähroboter, Tellersensen, Freischneider und ähnliche Geräte den Igeln nichts anhaben können. Oder die behaupten: "Hier gibt es keine Igel. Ich kann die Geräte benutzen."
Aber es sind nicht nur die Maschinen der Menschen, sondern auch Gifte wie Schneckenkorn, Rattengift etc.
Die Liste der Vergehen könnte endlos fortgeführt werden, aber das soll nicht das Thema dieser Seite sein. Wir möchten Ihnen hier die Igel vorstellen, bei denen wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten. Die uns jedoch mit ihrem starken Lebenswillen und ihren kämpferischen Herzen gezeigt haben, dass es sich lohnt, für jeden Igel zu kämpfen.
Dies ist Nanouks Geschichte

Der kleine Nanouk kam mehr tot als lebendig mit mehreren tiefen Löchern im Rücken aus Schwenningen zu uns.
Nach seiner Aufnahme auf unserer Station, musste er sehr oft zu unserer Tierärztin, weil die Wunden bereits nekrotisch waren und die Haut Veränderungen aufweiste. Bei seinem ersten Tierarztbesuch musste eine sehr tiefe Wunde unter Narkose in einer OP ausgeschabt werden und wurde dann mit Antibiotika und Schmerzmittel behandelt.
Zudem wurden bei seiner Kotuntersuchung auch noch Lungenwurmlaven gefunden, gegen die er behandelt werden musste.
Danach musste er noch für eine Woche Infusionen bekommen, um seinen Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten.
Eine unserer Behandlerinnen schrieb am 09. April:
"Ich hoffe er schafft es. Die Wunden sind entsetzlich. Er war schon länger so unterwegs, hat schon richtig verwest gestunken. Ich denke, wenn der Lebenswillen so groß ist, dass sie sich noch in einen Garten zu Leuten schleppen, haben sie es verdient, dass man um sie kämpft. Natürlich entstehen durch die OP Kosten, aber vielleicht dankt er es uns, indem er seine Schüssel leerfrisst und morgen noch atmet🙏"
Nachdem Nanouk die erste Nacht überstanden hatte, waren wir alle sehr froh darüber. Auch wenn wir wussten, dass es noch längst nicht überstanden ist. Aber wenigstens hat er zu dem Zeitpunkt schon ein bisschen aus der Spritze gefressen und auch das Spülen der Wunde über die Drainageschläuche hat gut funktioniert und er hat super mitgemacht. Zusätzlich bekam er ab dem 10.04. noch eine Magnetfeldtherapie, die dabei helfen sollte, die Wundheilung zu unterstützen.
Am 11.04. musste der kleine Kerl dann erneut zum Tierarzt, weil die Wunde nochmal ausgeschabt werden musste.
Doch bereits zwei Tage später kam aus der Station folgende Nachricht:
"Nanouk seine Behandlung ist aufwändig. Ich hoffe er hat heute gefressen, sonst müsste man Montag überlegen, ob er gehen darf. 🌈 Wenn er nicht mehr frisst, hab ich keine Chance mehr. Ich bekomme mit zufüttern fast nix rein. Es belastet mich ziemlich, aber unsere heutige Helferin war auch ein bisschen entsetzt über die Wunde. Solange der Lebenswillen da ist, kann ich es vertreten. Wenn er jetzt entscheidet nicht mehr zu fressen, erspare ich ihm die weitere Behandlung. 😢"
Am 16.04. hatte Nanouk dann aber bereits auf 500 g zugenommen, auch wenn die Schläuche noch drinbleiben mussten.
Unsere Behandlerinnen haben immer wieder gespült und mit Manuka-Salbe behandelt, so dass da mittlerweile das ganze nekrotische Gewebe entfernt war und so die Wundheilung beginnen konnte.
Am 24.04. kam dann die erlösende Nachricht:
"Nanouk sieht gut aus, Drainage konnte entfernt werden. Er ist übern Berg! 🥳"
Bereits zehn Tage später sind von Nanouk, der mittlerweile stolze 800 g auf die Waage gebracht hat, die letzten Krusten abgefallen und galt somit als vollkommen geheilt. Zu dem Zeitpunkt hatte sich eine neue Auswilderungsstelle bei einem jungen Mann aufgetan. Für den kleinen Stachelpopo hatte er sich bereits mit Equipment ausgestattet, um dem kleinen Nanouk ein schönes Plätzchen bei ihm im Garten zu schenken, in den er dann am 09.05., also knapp vier Wochen nach seiner Aufnahme bei uns, einziehen durfte. 🥰
Heute, knapp drei Monate nach seiner Entlassung aus unserer Station bekamen wir eine wundervolle Nachricht:
"Hallo, ein kurzes Update: Es geht dem kleinen Nanouk sehr gut. Er ist mittlerweile ausgewildert, kommt aber jeden Abend zurück in sein geschütztes Häuschen, wo er sich ausruhen kann, bevor die nächste nächtliche Wanderung ansteht. Er ist top fit und wirkt zufrieden 🥰"
Das ganze Team von Igelherz e.V. freut sich mit und für den kleinen Nanouk und wünscht ihm ein langes und gesundes Igelleben. 🦔
Wenn du auch zu so einer Erfolgsgeschichte beitragen möchtest, dann unterstütze uns doch gern mit einer Spende. 😊
Die reinen Tierarztkosten, für einen Igel wie Nanouk, belaufen sich auf über 200 Euro.
In anderen Fällen fallen die Rechnungen auch weitaus höher aus.
Nur gemeinsam können wir Igeln wie ihm das Leben retten.
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Stand: Oktober 2025